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Transsibirische Eisenbahn, ich komme

30. August 2009

Bald, bald gehts ins Land über welches Lermontov folgende Verse verfasste:

Die Heimat:

Ich liebe das Vaterland, aber mit einer seltsamen Liebe!

Mein Verstand wird sie nicht besiegen.

Werder der durch Blut erkaufte Ruhm

noch der Friede voll stolzen Vertrauens,

noch die vertrauten Überlieferungen der dunklen alten Zeiten

werdem in mir freudige Schwärmerei erregen.

Aber ich liebe - weshalb, weiss ich selbst nicht -

seiner Steppen kaltes Schweigen,

seiner uferlosen Wälder sanfte Bewegung,

die Hochwasser seiner Flüsse, die Meeren ähnelnd;

ich liebe es, auf einem Feldweg in einem Fuhrwerk geschüttelt dahinzufahren

und, wenn ich mit langsamen Blick den Schatten der Nacht Nacht durchdringe

und mich nach einem Nachtlager sehne, zu beiden Seiten

den filmernden Lichter der traurigen Dörfer zu begegnen;

ich liebe den Rauch des abgebrannten Stoppelfeldes,

den der Steppe übernachtenden Wagenzug

und auf dem Hügel inmitten der gelben Flur

das Paar weiss schimmernder Birken.

Mit einer Freude, die vielen unbekannt ist,

sehe ich die volle Tenne,

die stohbedeckte Hütte,

das Fenster mit den geschnitzten Fensterläden;

und am Feiertag, am tauigen Abend,

mag ich bis Mitternacht zusehen

dem Tanz mit Getrampel und Gepfeife

beim Schwatzen der betrunken Bauern.

Hinter der geheimnisvollen kühlen Halbmaske hervor

drang deine Stimme zu mir, tröstlich wie ein Traum

leuchteten deine mich verzaubernden Augen

und lächelte dein listiger Mund.

Durch einen leichten Schleier hindurch erblickte ich ungewollt

deine keuschen Wangen und das Weiss deines Halses.

Ich Glücklicher! Ich sah auch eine eigenwillige Locke,

die die vertraute Welle der Locken verlassen hatte!

Und da schuf ich mir in meiner Phantasie

nach diesen leichten Merkmalen meine Schöne:

Seit der Zeit trage ich in meiner Seele

diese körperlose Erscheinung, liebkose und liebe sie.

Und immer will mir scheinen, als hätte ich diese lebendigen Worte

in vergangenen Jahren schon einmal gehört;

und jemand flüstert mir zu, dass wir uns nach dieser Begegnung

wie alte Freunde wieder sehen werden.

(Michail Lermontow, 1841)



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